ARVED FUCHS
Abenteurer, Polarforscher und Botschafter der Klimas

Arved Fuchs über die Partnerschaft mit Jack Wolfskin
Augen so blau wie das Meer am Rande der Pazifikküste, Lachfalten, die atemberaubende Geschichten erzählen, das ist Arved Fuchs, einer der größten Abenteurer unserer Zeit.

Er erreichte als erster Mensch zu Fuß sowohl den Nord- als auch den Südpol innerhalb eines Jahres. Im Kajak führte er bis heute die einzige Winterumrundung des legendären Kap Horns durch. Mit seinem wertvollen Wissen half er, als langjähriger Partner von Jack Wolfskin, Produkte für abenteuerliche Bedingungen zu entwickeln. 

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Arved Fuchs im Interview mit Florence Kasumba

Die Schauspielerin besucht den Abenteurer auf seinem 90 Jahre alten Schiff „Dagmar Aaen“, mit dem er in bis heute seine Expeditionen in die Polarregionen antritt. Arved und Florence sprechen über die Sehnsucht nach Abenteuer, das richtige Equipment und die Zusammenarbeit mit Jack Wolfskin. „Ich habe da ein Unternehmen gefunden, wo ich Spielraum hatte, Ideen zu realisieren und immer ein offenes Gehör gefunden habe.“

Ein Telefonat mit Manfred Hell genügte…

Es war 1995, als Arved Fuchs mit seinem dänischen Schiff „Dagmar Aaen“ in San Francisco unterwegs war und von einem Freund gebeten wurde, Jack Wolfskin zu kontaktieren. In Zeiten ohne Smartphone und Internet sammelte Arved Fuchs kurzerhand einen Stapel voll Münzen und begab sich zur nächstgelegenen Telefonzelle, um Manfred Hell, den damaligen Geschäftsführer, anzurufen. Sie konnten sich dank lautstarker Hintergrundgeräusche kaum verstehen, doch es klickte sofort. Das anregende Gespräch der beiden endete mit der Klarheit, dass sie zusammenarbeiten wollten. Eine gemeinsame Linie war schnell gefunden und dies war der Beginn einer langjährigen Partnerschaft.

Will man mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden, kann man sich ganz einfach der puren Natur aussetzen, sagt Arved Fuchs. Die Natur ist immer die übergeordnete Instanz, mit der man sich arrangieren, aber gegen die man nie ankämpfen kann.

„Ein Schlafsack ist meine Lebensversicherung.”

Kleidung, die Abenteurer wie Arved Fuchs schützen soll, muss kompromisslos sein und den extremen Temperatur-bedingungen standhalten. Dies war für Manfred Hell und das Team von Jack Wolfskin selbstverständlich. Ein Schlafsack ist für Polarforscher überlebenswichtig, denn die Kälte in den hocharktischen Landschaften hat schon so manchen Abenteurern das Leben gekostet. 

Um das zu verhindern, testete Arved Fuchs zu Beginn der Zusammenarbeit mit Jack Wolfskin die speziell für ihn angefertigten Produkte unter anderem in Großschlachtereien. Die Kühlhäuser dort können auf bis zu -37 Grad heruntergekühlt werden, sodass man schnell merkt, ob die Ausrüstung den gewünschten Zweck erfüllt. 

„Das sah ich auch als meine zentrale Aufgabe. Input zu bringen, um Produkte besser zu machen.“

Kam die Crew von einer mehrmonatigen Expedition zurück, wurden die stark beanspruchten Kleidungsstücke, Zelte, Schlaf- und Rucksäcke wieder in den Taunus gebracht. Hier konnten die Produktentwickler:innen von Jack Wolfskin jedes Teil auseinandernehmen und verschlissene Teile analysieren, um Optimierungen vorzunehmen. 

Arveds Motto lautet: Maximale Anforderungen an Funktionalität und Haltbarkeit bei minimalen Accessoires.

Ein Minimalist mit maximalen Anforderungen

Bei den Forschungsreisen von Arved Fuchs ist alles möglich, weshalb eine durchdachte Bedarfsliste für jede Expedition unabdingbar ist. Sind er und seine Crew mit dem Kajak im Polarmeer unterwegs, braucht es einen entsprechenden Trockenanzug, der sie vor Kälte und Nässe schützt. Auch bei Reisen mit seinem 90-jährigen Schiff Dagmar Aaen ist die Crew ständiger Feuchtigkeit durch Gischt und Sturm ausgesetzt. 


Die Langlebigkeit und Herstellungsbedingungen eines Produktes waren für Arved Fuchs nicht immer ein wichtiges Thema. Doch während seiner Forschungsreisen fiel ihm schnell auf, dass sich dies ändern muss, denn treibende Müllteppiche und Schwemmgürtel aus Plastik waren oft seine Wegbegleiter. Diese prägenden Erlebnisse konnte und wollte er Manfred Hell und seinem Team nicht vorenthalten. 


Dies war auch der Beginn einiger neuer nachhaltigen Entwicklungen in der Produktion bei Jack Wolfskin, die heute zu einer absoluten Selbstverständlichkeit geworden sind. Jack Wolfskin beweist, dass Fairness und Umweltbewusstsein nicht im Gegensatz zu Unternehmenserfolg stehen muss. 

Arved Fuchs bezeichnet sich selbst als einen Chronisten. Er bereist seit mehr als vier Jahrzehnten die unberührtesten Orte dieser facettenreichen Welt.

Dabei nimmt er Veränderungen wahr und sieht sich in der Pflicht, neben der Veröffentlichung von atemberaubenden Bildern seiner Reisen, auch authentisch über die klimatischen Entwicklungen aufzuklären.

Eine Mission im Wandel

Der Reisende hat genug erlebt und braucht sich selbst und der Welt nichts mehr zu beweisen. Seine Mission hat sich verändert, denn er möchte der Natur etwas zurückgeben und einen Teil dazu beitragen, sie zu bewahren und zu schützen. 


Dies bewies er auch, als die wissenschaftliche Community 2007 das internationale polare Jahr ausrief. Arved Fuchs und Jack Wolfskin wollten einen Beitrag leisten und gründeten das Jugendcamp „Ice Climate Education“ (I.C.E.) auf Spitzbergen. Bis heute ist es das Ziel, junge Menschen für den Natur- und Klimaschutz zu sensibilisieren. Wissenschaftler treffen auf Jugendliche aus der ganzen Welt und klären auf, indem sie Natur erlebbar machen. Das sinnliche Erfahren der Natur in Kombination mit der theoretischen Wissensvermittlung wird bis zum heutigen Tag im Camp möglich gemacht. 


Oft sind es die kleinen Dinge, die einen großen Einfluss haben. Ein kurzer Anruf hat den Grundstein für diese wunderbare Zusammenarbeit gelegt. Wir bedanken uns bei Arved Fuchs für grandiose Abenteuer und das unglaubliche Engagement unsere Natur zu schützen.

Christoph Promberger
Beschützer der Wölfe und Wälder

Ein handgeschriebener Brief und die Bitte um erstklassiges Equipment für ein großes Abenteuer führte im Jahr 1988 zum ersten Kontakt von Christoph Promberger und Jack Wolfskin. Dies war der Beginn einer ganz besonderen Verbindung...

Die Leidenschaft für Wölfe

Schon seit seiner Kindheit begeistert sich Promberger für die Könige des Waldes. Ein Jugendbuch über Wölfe zog ihn in den Bann dieser atemberaubenden Tiere und hat ihn seither nicht mehr losgelassen. Um seine Diplomarbeit über ein Wolfsforschungsprojekt zu schreiben, verschlug es ihn deshalb 1990 für ein Jahr in den Norden Kanadas in eine einsame Hütte im spärlich besiedelten Yukon.

„Ich war ein armer Student, hatte keine Kohle, brauchte aber eine gute Ausrüstung.“

Als einfallsreicher Student ohne die nötigen finanziellen Mittel kam er auf die Idee, Jack Wolfskin zu kontaktieren, um nach Unterstützung zu fragen. Damals natürlich noch ganz ohne Internet und E-Mail, dafür mithilfe von Briefen. Nach einem postalischen Austausch durfte sich der junge Akademiker eine Ausrüstung für sein spannendes Abenteuer zusammenstellen.


Bewaffnet mit einem guten Rucksack, einem schützenden Schlafsack und Funktionskleidung widmete sich Christoph Promberger seinem Abenteuer und wusste nicht, was ihn schon bald nach seiner Ankunft in Deutschland erwarten würde.


Man sieht sich immer zweimal im Leben

Jack Wolfskin beschäftigte sich 1991, zeitgleich mit Prombergers Rückkehr, mit dem Start einer Initiative zur Ausweitung des Wolfsschutzes. Wie es der Zufall so wollte, kontaktierte das Jack Wolfskin Team die wildbiologische Gesellschaft München e.V. (WGM), welche von Prombergers ehemaligen Wildbiologieprofessor geleitet wurde. Dieser zögerte nicht lange und holte seinen damaligen Studenten ins Boot, um eine atemberaubende Mission in Rumänien anzugehen.

„Ich bin von Kanada zurückgekommen und am nächsten Tag hat mich mein Professor schon kontaktiert und erklärt, dass wir Unterstützung von Jack Wolfskin bekommen, um Wölfe zu schützen.“

Mit den finanziellen Mitteln von Jack Wolfskin organisierten sie als Erstes eine internationale Tagung, um den Schutzstatus und die Probleme der Wölfe aufzuarbeiten. Hochkarätige Gäste aus ganz Europa fanden zusammen. „Ein Biologe kam aus Rumänien. Er zeigte wunderschöne Fotos und erzählte, dass es in seinem Heimatland 3.000 Wölfe gibt. Da wusste ich: hier will ich hin“, so Promberger.


Auf nach Rumänien

Und so fing alles nur kurze Zeit nach Prombergers Rückkehr in Deutschland an. Im Sommer 1992 flog er das erste Mal in die Nähe der rumänischen Großstadt Brasovs und verliebte sich sofort in die unendlichen Weiten, stillen Wälder und geheimnisvollen Dörfer. Abseits von Massentourismus und großstädtischem Stress dominieren hier wild lebende Tiere und die Stille der Natur.

„So bin ich dann hier gelandet. Und hab mir zuerst gedacht, ich mache hier vier Jahre meine Dissertation und gehe dann woanders hin. Aber jetzt sind es 26 Jahre und ich bin immer noch da.“

„Das war genau, was ich wollte. Ich wollte schon immer in die wildesten Ecken rein.“

Christoph Promberger mit einem ruhig gestellten Wolf in Yukon.

Die Rettung der letzten Urwälder

Viel passierte nach seinem Umzug nach Rumänien und dem Kennenlernen seiner Ehefrau Barbara. Gemeinsam mit einem rumänischen Fachkollegen startete Promberger Anfang der Neunziger das mittlerweile weltbekannte Projekt zum Schutz der Großraubtiere in den rumänischen Karpaten: das „Carpathian Large Carnivore Project“ (CLCP). Nach Ende seiner Laufzeit hatte das Projekt im Jahr 2003 viele seiner ursprünglich angedachten bzw. neu formulierten Ansätze realisiert.

„Im Jahr 2007 wurde uns klar, dass wir wieder in den Naturschutz zurück wollen“

Nach dem jahrelangen und schweißtreibenden Aufbau des CLCP, der Erziehung von zwei wundervollen Kindern und der Eröffnung des Reiterhofs Equus Silvania in Siebenbürgen gemeinsam mit Ehefrau Barbara, war es Zeit für etwas Neues.

Während dieser Zeit begannen in den Bergen Rumäniens massive Abholzungen und die beiden wussten: Wir müssen etwas tun.


Die Gründung von Carpathia

Um den illegalen Holzeinschlag zu stoppen und langfristig zum Schutz der Karpartenwälder und Artenvielfalt beizutragen, gründete das Ehepaar 2009 die Stiftung Conservation Carpathia (FCC) mit weiteren Philanthropen und Naturschützern. Unter anderem mit dem damaligen Vorsitzenden der Geschäftsführung von Jack Wolfskin Manfred Hell (1994 bis 2011).


„Wir haben uns das nie zu träumen gewagt. Zu zweit haben wir begonnen und jetzt sind wir fast 100 Leute in der Stiftung“, erzählt Promberger. Innerhalb der letzten zehn Jahre wurden bereits atemberaubende Ziele erreicht.

Die Stiftung trägt durch den Erwerb, den Schutz und die Verwaltung von Wäldern und Grasland zur Erhaltung und Wiederherstellung des natürlichen Ökosystems der Karpaten bei.

„Wir müssen das Business erst mal entwickeln, damit auch die jüngere Gesellschaft wieder eine Möglichkeit sieht, vom Tourismus leben zu können und genau diese Lebensgrundlage zukünftig verteidigen.“

Auf den Spuren der Wölfe

Vor etwa einem Jahr flammte die Idee auf, ein Öko-Tourismus-System zu entwickeln – den Wolftrail. Dieser Trail ist in Zusammenarbeit mit Jack Wolfskin und dem Reiseexperten ASI Reisen entstanden und trägt einerseits dazu bei, mehr Aufmerksamkeit für die Karpatenwälder und die FCC Stiftung zu generieren, andererseits echtes Interesse der rumänischen Bevölkerung an der Bewahrung dieser einzigartigen Natur zu stiften.


Das Team von Jack Wolfskin möchte Christoph Prombergers wichtiges Engagement für den Wald und die Wölfe auch in Zukunft unterstützen.

„Es gibt niemanden, der keine Meinung zu Wölfen hat: Die einen lieben sie, die anderen hassen sie. Ich gehöre definitiv zur ersten Kategorie.“